Sonntag, 19. April 2009

4. 0 Stromanbieterwechsel

4.1 Allgemeines
Der deutsche Strommarkt war lange Zeit wie einzementiert.
Viele Verbraucher scheuten sich, aufgrund der bürokratischen Gegebenheiten, vor einem Stromwechsel und nahmen dafür höhere Preise in Kauf. Doch durch die Regulierung der Netze ist das Wechselprozedere um ein Vielfaches leichter geworden, so dass in den letzten Monaten bereits mehrere hunderttausend Kunden zu neuen Anbietern übergelaufen sind.
4.2 Vorgehensweise
Wenn man seinen Stromanbieter wechseln möchte, gilt es zunächst, die gängigen Marktpreise zu vergleichen. Um den genauen Marktpreis für Sie persönlich festzustellen, sollten Sie ihren jährlichen Stromverbrauch feststellen. Diesen können Sie auf dem Stromzähler ablesen oder Sie sehen einfach in der letzten Jahresabrechnung von Ihrem jetzigen Stromanbieter nach.
Wenn Sie die Kilowattzahl herausgefunden haben, können Sie nach einem neuen Anbieter suchen. Um eine objektive Meinung zu bekommen, nutzen Sie am besten den Stromrechner, sie müssen nur Ihre Postleitzahl und den jährlichen Stromverbrauch angeben.
Haben Sie ein passendes Angebot gefunden, füllen Sie einfach das Vertragsformular Ihres neuen Anbieters aus. Normalerweise dauert es jetzt noch 4-6 Wochen, bis die Stromlieferung umgestellt wird.
Es ist an dem neuen Stromanbieter, einen nahtlosen Übergang der Stromversorgung herzustellen. Der bereits bestehende Stromlieferungsvertrag kann entweder durch den Verbraucher aufgekündigt werden, in aller Regel übernimmt der neue Anbieter jedoch diese Aufgabe.
Zu einer kurzzeitigen Unterbrechung der Stromz ufuhr kommt es beim Wechsel des Anbieters auf keinen Fall. Jeder Stromanbieter unterliegt einer Versorgungspflicht, so dass sich der Stromausfall während des Wechsels ausgrenzen lässt. Die Versorgungspflicht besagt, dass auch eine Versorgung durch lokale Anbieter erfolgen muss, wenn beispielsweise der eigene Anbieter aus welchen Gründen auch immer nicht in der Lage ist, Strom zu liefern.
Ein Auswechseln der Stromzähler ist bei einem Wechsel des Stromanbieters nicht nötig. Der Verbraucher muss lediglich die aktuellen Stände in seinem Antrag angeben

3.4 Strom sparen

Nicht nur der Wechsel des Anbieters hilft Strom zu sparen. Mit ein paar einfachen Methoden lassen sich in jedem Haushalt Einsparungen vornehmen. Durch den bewussten Umgang mit Strom lassen sich durchaus hunderte von Euro im Jahr sparen und die Angst vor Nachberechnungen entfällt.
Den größten Anteil des Stromverbrauchs machen noch immer das Heizen sowie die Warmwasserversorgung aus, dicht gefolgt vom Betrieb von Kühl- und Gefriergeräten. Der Gebrauch von Waschmaschine und Trockner wirkt sich ebenfalls auf den Stromverbrauch aus und ist ein maßgeblicher Einflussfaktor für den steigenden Verbrauch. Fernseher, DVD-Player sowie sonstige Unterhaltungselektronik stellen im Vergleich dazu einen relativ niedrigen Kostenfaktor dar.
Energieklassen
Gerade Kühl- und Gefrierschränke kristallisieren sich als so genannte Stromfresser heraus. Bei bestehenden Geräten sollte vor allem auf das Alter geschaut werden, da ältere Geräte, bedingt durch ihre veraltete Technik, immer mehr Strom verbrauchen. Dabei sollte jeder Verbraucher abwägen, ob es nicht sinnvoll ist, ein neues Gerät anzuschaffen. Beim Neukauf ist zu beachten, dass Elektrogeräte in Energieklassen von A – F eingestuft werden. Energieklasse A bedeutet, dass ein Gerät einen niedrigen Energieverbrauch aufweist. Energieklasse F hingegen steht für einen höheren Verbrauch. Daher sollte hier bereits die Überlegung getroffen werden, zwar höhere Anschaffungskosten in Kauf zu nehmen, jedoch beim Verbrauch immense Einsparungen zu haben. Die Anschaffungskosten lassen sich dadurch in kürzester Zeit amortisieren.
Am besten stellt man Kühl- und Gefriergeräte an einem kühlen Ort in der Wohnung beziehungsweise im Haus auf. Denn je kühler der Standort, umso weniger Leistung wird von den Geräten abverlangt. Zudem sollte es vermieden werden, die Geräte neben dem Herd oder der Spülmaschine aufzustellen, da diese zusätzliche Hitzequellen darstellen.
Das regelmäßige Abtauen von Gefriergeräten verhilft ebenso zum effektiven Strom einsparen.
Waschmaschine und Trockner
Auch mit der Waschmaschine und dem Trockner lässt sich mit ein paar wenigen Handgriffen Geld sparen. Ein Waschgang bei 40° C oder 30° C ist ebenso effektiv wie ein 90° C Waschgang. Von daher sollten diese Waschtemperaturen bevorzugt werden. Lässt man den Vorwaschgang wegfallen, wird der Energieverbrauch ebenfalls herabgesetzt.
Wird ein Wäschetrockner genutzt, sollte jeder Verbraucher darauf achten, dass die Wäsche vorab gut geschleudert wurde, denn somit verkürzt sich die Trockenzeit erheblich. Weiterhin sollte das Programm „Schranktrocken“ vorrangig gewählt werden.
Das hilft nicht nur Strom sparen, auch die Textilien sind dafür sehr dankbar. Ist das Fassungsvermögen des Trockners nicht ausgelastet, sollte die Überlegung getroffen werden, die Wäsche eventuell auf der Leine beziehungsweise auf der Wäschespinne trocknen zu lassen.
Geschirrspüler
Als weitere Stromfresser gelten Geschirrspüler, die eigentlich aus keinem Haushalt mehr wegzudenken sind. Um hier Einsparungen vorzunehmen, empfiehlt es sich beispielsweise stark verschmutztes Geschirr sowie Töpfe und Pfannen mit der Hand zu spülen. Zudem sollte der Geschirrspüler nur benutzt werden, wenn das Fassungsvermögen ausgereizt ist.
Herd
Auch wenn das Kochen nur einen geringen Teil des Stromverbrauches ausmacht, kann auch hier bares Geld gespart werden. Die meisten Empfehlungen gehen in Richtung Gasherd, da Gas wesentlich billiger ist als Strom. Wer die Möglichkeit jedoch nicht hat, sollte die Restwärme eines E-Herdes nutzen und mit geschlossenem Deckel kochen. Eier lassen sich beispielsweise weitaus Strom sparender im Eierkocher kochen.
Beleuchtung
Eine Menge Energie lässt sich auch bei der Beleuchtung sparen. Gerade in den Wintermonaten schlägt dies zu Buche. Normale Glühlampen und auch Halogenlampen verbrauchen sehr viel Energie. Vielmehr können sie die vorhandene Energie nicht komplett umsetzen und geben daher Unmengen an Wärme frei.
Abhilfe schaffen hier Energiesparlampen. Zum einen weisen diese eine längere Lebenszeit auf und zum anderen nehmen sie weitaus mehr Energie auf.
Lüftung
Auch bei der täglichen Lüftung in Häusern kann viel Energie gespart werden. Die Lüftung erfolgt heute meist immer noch konventionell durch das Öffnen und Schließen der Fenster. Das Problem ist dass dabei meist zu wenig gelüftet wird und die Luft in den Räumen daher zu schlecht ist, oder zuviel gelüftet wird wodurch zuviel Energie verloren geht.
Anstelle der Dauerlüftung empfiehlt es sich eine Stoßlüftung zu machen. Das heißt die Fenster sollten bei einer Lüftung komplett geöffnet, und ein paar Minuten offen stehen bleiben. Danach wieder schließen und auch geschlossen halten.
Unterhaltungsmedien
Unterhaltungselektronik verzückt mit den Vorzügen des Stand-by-Modus. Jedoch kommen auf diese Weise auch etliche Euro für die Stromrechnung zusammen. Daher sollten Fernseher und Co. direkt am Gerät ausgeschaltet werden.

3.3 Strom An- & Abmelden

Die meisten Stromanbieter bieten Online-Formulare zum An-, Um- und Abmelden an.
Anmeldung:
Haben Sie einen passenden Stromanbieter gefunden, rufen Sie am besten direkt an oder füllen ein Online-Formular aus.
Viele Unternehmen bieten für Neukunden auch ein persönliches Beratungsgespräch an, in dem Sie einen passenden Tarif empfohlen bekommen.
Abmeldung:
Auch für das Abmelden gibt es vorgefertigte Formulare. Sie werden eine Schlussrechnung erhalten und möglicherweise einen Termin für die Demontage der Messanlage vereinbaren müssen.
Umzug innerhalb eines Liefergebietes:
Da die meisten Stromanbieter sich darüber bewusst sind, dass ein Umzug viel Zeit und Aufmerksamkeit in Anspruch nimmt, bieten sie einen guten Service an. Meistens genügt ein Anruf und Sie müssen nur Ihre neue Adresse angeben, damit Sie auch weiterhin den Strom beziehen können.

3.2 Günstige Stromtarife

Jeder Verbraucher, unabhängig von Wohnort oder Beruf, kann seinen eigenen Stromanbieter auswählen und folglich auch selbst dafür sorgen, dass er einen günstigen Stromtarif findet. Das hat den Vorteil, dass jeder entscheiden kann, von welchem Anbieter, beziehungsweise Stromversorger er seinen günstigen Strom bezieht.
Unterscheiden muss man bei den günstigen Stromtarifen zwischen
>Geschäftskunden
>Privatkunden
>Günstige Stromtarife für Geschäftskunden
Dieses ist damit zu begründen, dass Erstgenannte oftmals ganz andere, günstige Stromtarife erhalten können. Ein Unternehmen ist in den meisten Fällen einen längeren Zeitraum örtlich gebunden und dementsprechend kalkulieren die Energieanbieter anders, als bei Privatkunden.
Als Geschäftskunde verbraucht man täglich, meistens von Montag bis Freitag, eine gewisse Menge an Strom. Der Stromanbieter kann so eine relativ genaue Kalkulation durchführen und dem Unternehmen einen günstigen Strom anbieten.
Auch die Zahlungssicherheit spielt bei solchen günstigen Stromtarifen eine Rolle, da Unternehmen generell als glaubwürdiger gelten.
>Günstige Stromtarife für Privatkunden
Neben den Geschäftskunden, muss man die Privatkunden deutlich abtrennen.
Diese sind klar in der Mehrzahl, wenn es um die Anzahl an Kunden geht, die ein Stromanbieter für sich gewinnen möchte.
Als Verbraucher muss man sich über verschiedene Dinge im Klaren sein, die im Folgenden kurz erläutert werden.
Öko-Stromtarif
Als Stromverbraucher muss man sich zuerst einmal überlegen, ob man einen "bestimmten" Strom in der Steckdose haben möchte, oder ob einem die Stromart egal ist.
Entscheidet man sich beispielsweise für einen Ökostrom-Tarif, dann leistet man, gleichzeitig mit dem Stromverbrauch, aktiven Umweltschutz. Der Vorteil von Ökostrom ist, dass man nur in regenerative Energiequellen, wie Wind- oder Solarenergie, investiert.
Stromtarif - Normal oder Easy
Ist es einem egal, woher der günstige Strom stammt, dann wählt man zwischen dem so genannten Normal- oder Easytarif. Beides sind Stromtarife, die aus konventionellem Strom, wie beispielsweise aus Atomstrom, stammen. Generell kann man feststellen, dass Ökostrom in den meisten Fällen nicht der günstigste Strom ist, sondern dass der konventionelle Strom zu einem besseren Tarif angeboten wird.
Präferenzen bei Stromtarif-Anbietern
Weiterhin muss man sich als Verbraucher überlegen, welchen Anbieter man bevorzugt. Hat man, aus welchen Gründen auch immer, Abneigungen gegen einen Stromanbieter, dann entfallen dementsprechend auch dessen günstige Strompreise. So wird die Auswahl an Stromtarifen um einen Stromversorger reduziert und dementsprechend verpasst man möglicherweise ein günstiges Stromangebot.
Informationen über Strompreise
Generell ist zu empfehlen, dass man sich als Verbraucher umfassend über bestehende Stromtarife informiert, mögliche Einschränkungen erkennt und anschließend mittels eines Stromrechners einen möglichst günstigen Stromtarif und dementsprechend auch den günstigsten Strom findet, den man gerne zu Hause nutzen möchte.

3.1 Billigstrom

Zahlt man für ein Produkt einen hohen Preis, so erwartet man eine entsprechend bessere Qualität, als bei einem günstigen Produkt. Strom ist hier eine Ausnahme. Egal wie viel man für die Versorgung mit Energie bezahlt, das Produkt, das man erhält, ist immer das Gleiche. Qualitätsunterschiede existieren hier nicht.
Nicht nur in den deutschen Metropolen sind die Preise für Strom in letzter Zeit stark in Bewegung geraten. Während bei vielen Großanbietern die Preise immer weiter
steigen, gibt es inzwischen viele Anbieter von Billigstrom, durch die Kunden innerhalb eines Jahres mehrere hundert Euro sparen können.
Seit dem 24. April 1998 existiert das Gesetz zur Neuregelung des Energiewirtschaftsrechts. Es ermöglicht jedem Bürger die Chance, einen billigen Stromanbieter zu wählen. In Deutschland gibt es rund 1000 Stromanbieter, aus denen man den für sich günstigsten wählen kann.
Jeder dieser Anbieter muss für die Nutzung des Stromnetzes Leitungsgebühren an die Eigentümer bezahlen. Je weiter also ein Kunde von dem Anbieter entfernt wohnt, desto höher fallen auch die Kosten aus. Hinzu kommt noch der Fakt, dass die Kosten für das Stromnetz in Deutschland sehr unterschiedlich sein können. Strompreise sind also auch regionalbedingt verschieden.
Ein Stromanbieter Vergleich, bzw. Strom Preisvergleich durch eine objektive Quelle hilft dabei, den günstigsten Anbieter zu finden. Mit einem Stromtarifrechner kann man im Internet sehr schnell und einfach einen billigen Stromtarif finden.

2.6 Erdwärme

Die Stromerzeugung mittels Erdwärme ist schier unerschöpflich. In geothermischen Kraftwerken wird die Erdwärme entsprechend in Strom umgewandelt und in das Netz eingespeist. Hierfür werden Bohrungen in einer Tiefe von bis zu 5.000 Metern vorgenommen und das Wasser mittels Pumpen und Turbinen transportiert. Temperaturen von 100° C bis 200° C sind für die konventionelle Nutzung bereits vollkommen ausreichend. Das unterirdische Thermalwasser wird mit einer Pumpe in oberirdische Leitungen transportiert. Wärmetauscher tragen dazu bei, dass dem Wasser die entsprechende Wärme entzogen wird und übertragen die daraus gewonnene Energie in das Stromnetz.
Die Energiegewinnung aus Erneuerbaren Energien unterliegt aufgrund ihres ökologischen und umweltpolitischen Aspekts staatlichen Förderungen. Dies trifft sowohl für Betreiber solcher Anlagen als auch für Privathaushalte, beispielsweise bei Photovoltaikmodulen, zu.

2.5 Biogas

Biogas findet hauptsächlich im landwirtschaftlichen Sektor seinen Einsatz. Zur Herstellung von Biogas werden hauptsächlich Abfallprodukte wie Klärschlamm, Speisereste, Energiepflanzen sowie Gülle verwendet. Alle genannten Komponenten verfügen über eine Masse an Methan. Mit Hilfe von Biogasanlagen wird dieses herausgefiltert und weiterverarbeitet. Entzieht man den oben genannten Stoffen den Sauerstoff, so fangen diese an, sich mit Hilfe von Bakterien zu zersetzen bis reines Methan übrig bleibt. Dieser Vorgang ist umgeben von einer Unmenge chemischer Prozesse. In Blockheizkraftwerken wird das Methan verbrannt und die daraus gewonnene Energie in Form von Strom oder Wärme in das Netzt eingespeist.